Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u. Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)

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Angst vor Frauen -
Bericht eines 29-jährigen Patienten
(Sehr ermutigende Entwicklung nach nur 4 therapeutischen Doppelsitzungen!)


Als ich mich entschloss, psychologische Hilfe einzuholen, war ich 29 Jahre alt. Mein Problem zu diesem Zeitpunkt bestand darin, dass ich bis dato weder mit einer Frau intim war, noch überhaupt eine Frau geküsst hatte. Dies hatte wohl Gründe in meiner Jugend. Ich hatte weder richtige Freunde, noch war ich in der Klasse angesehen. Zu Hause hatte ich zwar alle Freiheiten und meine Eltern haben mir auch an nichts fehlen lassen, aber Gefühle wurden untereinander eher wenig gezeigt.

Ab der Oberstufe baute ich mir dann systematisch einen Freundes- und Bekanntenkreis auf, den ich bis heute immer mehr ausgebaut habe und der mir auch sehr wichtig ist.

In der Jugend, wo normalerweise das Interesse am anderen Geschlecht erwacht, hatte ich bis zur Oberstufe nie auch nur ansatzweise das Gefühl, von den Mädchen in meinem Alter als attraktiv gefunden zu werden, so dass ich mich selber in eine Rolle des Unattraktiven wiederfand, den alle Frauen höchstens mal als Scherz anflirten.

Dies führte dazu, dass ich in der Oberstufe die Rolle automatisch weiterlebte. Aufkommende Gefühle, weil ich von meinen Mitschülerinnen auf einmal normal behandelt worden bin, habe ich vollkommen unterdrückt. So hatte ich am Ende der Oberstufe einige Bekannte und Freunde gefunden, aber war nicht ansatzweise soweit gewesen, mit einer Frau auch nur zu flirten, weil es für mich undenkbar war, dass eine Frau mich attraktiv finden könnte. Ich habe allerdings später erfahren, dass es durchaus Mädchen im Jahrgang gab, die mich attraktiv fanden.

Nach der Abizeit, beim Zivildienst und in der Ausbildung habe ich mich mehrmals in Frauen verliebt, es aber immer unterdrückt und bin davon gelaufen. Es gab auch einige Frauen, die mir eindeutig zu verstehen gegeben haben, dass sie Interesse an meiner Person haben. Dies habe ich entweder erst viel später realisiert, war unfähig drauf zu reagieren oder wollte auch einfach nicht. Das Grundproblem war auch weiterhin, dass ich für mich nicht zuordnen konnte, dass Frauen mich attraktiv finden. Ich habe mir immer eingeredet, dass es nicht sein kann.

So zog es sich dann über Jahre hin. Meine Familie und Freunde fragten sich zwar, warum ich nie eine Freundin mitbringen würde, aber es wurde nie großartig thematisiert.

Insgesamt bin ich ein sehr offen wirkender Mensch, der beliebt ist. Ich arbeite sogar im Außendienst im direkten Verkauf. Bis auf meine sich aufbauende und am Ende recht manifestierte Angst vor Frauen im flirttechnischen Zusammenhang.

Auslöser zu Therapie:

Ein befreundeter Kollege von mir sagte mir vor 2 Jahren, dass er vor einigen Jahren eine Therapie wegen einer Angststörung gemacht hat. Ich war neugierig und fragte ihn zu der Thematik aus und er gab mir bereitwillig Auskunft.

Daraufhin forschte ich im Internet und stieß auf unzählige Seiten. Jetzt fing die Zeit an, wo ich realisieren musste, dass ich tatsächlich ein für mich ernstes psychische Problem habe und Hilfe beanspruchen sollte. Ich stieß schon relativ früh auf die Seite von Dr. Mück. Diese Seite war wirklich sehr informativ und überzeugte mich von Anfang an.

Für das Jahr 2006 nahm ich mir dann als guten Vorsatz vor, bei Dr. MücK vorstellig zu werden und schrieb ihn dann Mitte Januar an. Er antwortete mir und bat mich erst einmal, den genauen Lebensfragebogen und Angstfragebogen auszufüllen. Dies machte ich bereitwillig und vereinbarte für Anfang Februar einen Termin mit ihm.

In der ersten Sitzung sprachen wir über meine Problematik. Ich hatte schon ein recht flaues Gefühl im Magen, als ich bei Dr. Mück klingelte. Er gab mir aber direkt das Gefühl, willkommen zu sein und begleitete mich in das Souterrain, wo der große Gesprächsraum mich direkt mit einer warmen Atmosphäre erwartete. Herr Dr. Mück führte mich in den Raum und sagte mir, dass ich mir einen der beiden Sessel aussuchen könnte und mich schon mal an die Raum gewöhnen sollte. Er kam dann einige Minuten später.

Wir unterhielten uns über die Problematik und er erklärte mir, wieso ich diese Denkmuster entwickelt habe und wie ich diese umprogramieren kann. Diese Umprogrammierung konnte nur Erfolg haben, wenn ich selber aktiv in die Angstsituationen reingehe und meine Übungen streng täglich durchführe. Wir vereinbarten einen Termin 14 Tage später und ich wurde mit der Aufgabe losgeschickt, pro Tag zwei hübsche junge Frauen anzusprechen und nach der Uhrzeit zu fragen. Außerdem habe ich mich bei einer Internetkontaktbörse angemeldet und musste mindestens eine Frau am Tag aktiv anschreiben.

Am nächsten Tag bin ich dann nach Feierabend losgegangen um mir zwei "Opfer" zu suchen, die ich nach der Uhrzeit fragen konnte. Es fiel mir doch schwerer, als ich dachte. Vorher habe ich mir eigentlich nie Gedanken darüber gemacht, dass mir eine solche Situation überhaupt Probleme bereiten würde. Jetzt, wo ich davor stand, merkte ich aber, dass es mir doch verdammt schwer fiel. Trotzdem überwand ich meine Angst und habe es geschafft, meine zwei Frauen anzusprechen. Ich war schon erleichtert, als ich diese Sache am ersten Tag erledigt hatte, aber auch froh, dass ich es überhaupt geschafft habe. Die nächsten Tage machte ich dann auch jeden Tag weiter und ich merkte, dass ich auch von der Gefühlslage sehr darauf reagierte, wie die Frauen mir gegenübertraten. Lächelte mich eine Frau an, spürte ich direkt eine innere Freude, reagierte hingegen die Frau eher genervt, fühlte ich mich direkt zurückgesetzt. Ich merkte aber schon nach einigen Tagen, wie ich insgesamt lockerer in dieser Hinsicht wurde und es mir zusehends leichter fiel.

Gleichzeitig schrieb ich auch jeden Tag eine Frau im Internet an. Insgesamt war die Rücklaufquote hier eher gering, wobei schon der ein- oder andere Kontakt zustande kam. Meistens schliefen die Kontakte aber schnell wieder ein....

Aber auch hier merkte ich, wie es mir zusehends leichter fiel, mit dem Medium Internet umzugehen. Ich hatte vorher nie auch nur eine Kontaktanzeige aufgegeben bzw. selber eine Frau aktiv angeschrieben. Nun machte ich es fast routinemäßig. Auch hier schwand die Angst zusehends.

Nach zwei Wochen war ich dann froh, wieder bei Herr Dr. Mück die nächste Sitzung zu haben, da ich mir neue Anregungen holen wollte. Ich bin zwar über die gesamte Zeit im engen Kontakt über Mail mit ihm gewesen, aber eine Sitzung kann dies nicht ersetzen, zumindest aber sehr hilfreich ergänzen.

In der zweiten Sitzung sprachen wir dann über das bisher Erreichte und Herr Dr. Mück sparte auch nicht mit Lob. ich selber merkte zu diesem Zeitpunkt schon, dass sich meine Situation zum Besseren wendete. Ich merkte zwar immer nur die kleinen Schritte, aber ich sagte mir immer, dass ich jetzt so viele Jahre diese Angst in mir hatte und diese nicht innerhalb von ein paar Tagen unter Kontrolle bringen könnte.

Als Aufgabe für die zweite Sitzung wurde mir aufgegeben, die täglichen Aufgaben weiterhin so zuverlässig durchzuführen und diese zu erweitern. Ich sollte nun nicht nur nach der Uhrzeit fragen, sondern auch eine Danksagung oder ein Lob unterbringen. Ich muss sagen, dass mir dieses sehr schwer fiel und auch heute noch nicht liegt, da ich vom Typ her kein Mensch bin, der wildfremde Menschen auf der Straße anspricht, um sie zu loben. Ich nahm mir aber vor, den Menschen, mit denen ich zu tun hatte, mehr Lob und Komplimente zu schenken. Natürlich sprach ich auch Kassiererinnen in Geschäften an und lobte sie. Aber diese Art war einfach nicht meine, weshalb ich sie auch nur halbwegs befolgte.

Dies änderte aber nichts daran, dass ich insgesamt im Umgang mit meinen Bekannten und Freunden wesentlich lockerer über Frauen und meine Beziehungsprobleme reden konnte. So sagte ich einem Freund von mir, dass mir die Freundin seiner Freundin gefallen würde und bat ihn, für mich anzufragen, wie sie mich findet. Dieses hätte ich vor Therapiebeginn niemals zustande gebracht, weil meine Angst mich immer zurückhielt. Ich war der Freundin übrigens auch positiv aufgefallen. Da diese aber leider rund 200 Kilometer von mir entfernt wohnt, ist es noch nicht zu einem Treffen gekommen.

Als nächstes stand nun Karneval an und somit für mich als Karnevalsfreund eine Vielzahl von Übungsmöglichkeiten.

Meine täglichen Mailkontakte und Uhrzeitfragen hielt ich die ganze Zeit übrigens bei, weil ich es als für mich wichtig ansah, nicht aus dem Tritt zu kommen. Über die Karnevalstage habe ich viele Situationen genutzt, um mit Frauen ins Gespräch zu kommen, zu tanzen oder einfach nur anzulächeln. Ich spürte mich so frei wie noch nie in dieser Hinsicht. Eine ernstere Sache ergab sich hierbei allerdings noch nicht.

Nach den Tagen nahm ich außerdem Kontakt zu einer Arbeitskollegin von mir über Mail auf. Ich fand sie sympathisch und es entwickelte sich schnell ein reger Schreibkontakt, der 4 Tage später am Wochenende per SMS weitergeführt wurde.

Ich merkte, das ich durchaus Gefühle für sie entwickelte, da die SMS und @-Mails auch schnell ziemlich persönlich wurden. Ich fragte sie, ob wir uns nicht mal persönlich treffen könnten. Sie freute sich und willigte sofort ein. Der Termin sollte eine Woche später stattfinden.

Vorher hatte ich allerdings noch einen Termin bei Herr Dr. Mück. Dieser hatte sich für mich an diesem Tag eine besondere Übung einfallen lassen. Er fragte mich vor der Sitzung per Mail an, ob er eine seiner Patientinnen, welche in meinem Alter sei, einladen dürfte, mit der ich dann über meine Problematik sprechen könnte. Ich willigte sofort ein, da ich bisher noch nie mit einer gleichaltrigen Frau über mein Problem gesprochen habe. Insgesamt verlief das Gespräch auch sehr gut. Wir waren uns sympathisch und wir unterhielten uns rund eine halbe Stunde. Herr Dr. Mück ging für diese Zeit aus dem Raum. Ich war in dem Gespräch offen und die Frau sagte mir auch, dass ich mir von meiner Art, Auftreten und Aussehen eigentlich keine Sorgen machen müsste und gab mir noch ein paar Tipps. Nach diesem Gespräch fühlte ich mich auch wieder ein Stück besser. Ich wurde außerdem danach noch von Herr Dr. Mück angeregt, meine Gefühle mehr zu zeigen und mir wurden Tipps gegeben, wie ich dies üben konnte.

Nach diesem Gespräch kam nun also das Treffen mit meiner Arbeitskollegin. da ich nicht genau wusste, wie sie zu mir steht, bin ich die Sache erstmal ruhig (soweit ich dies konnte) angegangen und habe sie zu einem Cocktail eingeladen. Zu späterer Stunde gestand ich ihr dann, dass ich Gefühle für sie entwickelt habe und mir mehr vorstellen könnte. Damit habe ich sie wahrscheinlich ziemlich überrumpelt. Da ich aber hier auch keine eigenen Erfahrungswerte hatte, auf die ich bauen konnte, musste ich es halt so probieren. Sie war sprachlos und erbat sich Bedenkzeit. Sie sagte mir zwar einige Tage später, dass sie keine Beziehung mit mir will, aber für mich war dieser Abend so etwas wie ein Durchbruch. Nie bin ich bis dahin so weit gegangen, einer Frau auch nur ansatzweise zu verstehen zu geben, dass ich für sie etwas empfinde.

In der Folgezeit entwickelte sich nun auf der Internetschiene eine immer breitere Kommunikation mit mehreren Damen im "kritischen Alter".

Dadurch, dass ich nun auch immer wieder versuchte, meine Gefühle mitzuteilen (was sehr gut ankam!), hatte ich nun zwei Frauen, mit denen ich flirttechnisch im Kontakt stand. Die eine wohnte weiter weg, die andere nur rund 40 Kilometer von mir entfernt.

Mit eben der in der Nachbarschaft wohnenden Frau entwickelte sich auch schnell ein reger SMS- und Mailverkehr, der uns dazu veranlasste, ein Date ins Auge zu fassen. Wir vereinbarten einen Termin für einen Samstag, an dem ich zu ihr gefahren bin. Der Abend entwickelte sich recht ungezwungen und nett. Ich lud sie zum Essen ein und danach gingen wir ins Kino. Schon hier gingen wir Hand- in Hand und als wir wieder bei ihr zuhause waren (Nachts um halb drei), fragte sie mich, ob ich bei ihr übernachten wollte. Auch wenn in dieser Nacht noch nichts Näheres lief, schlief ich zumindest mit ihr in einem Bett und habe auch an diesem Abend zum ersten mal in meinem Leben eine Frau geküsst.

Insgesamt kann ich zu diesem Zeitpunkt schon sagen, dass ich in dieser kurzen Zeit schon sehr viel über mich und meine Verhaltensweisen gelernt habe und ich muss sagen, dass ich froh bin, diesen Schritt gemacht zu haben. Ich werde wohl diese Angst auch weiterhin in mir tragen, aber ich weiß nun zumindest, wie ich mit ihr umgehen muss und wie ich trotzdem Kontakte ohne Scheu knüpfen kann. .