Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u. Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)

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Geburtsgewicht bahnt Weg in die Altersdepression

Großbritannien. Wenn Knaben bei ihrer Geburt wenig wiegen, sind sie im weiteren Leben vermehrt depressionsgefährdet. Möglicherweise hinterlässt eine vorgeburtliche Mangelernährung beim männlichen Geschlecht lebenslang Spuren in der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, die später einer Depression den Weg bahnen können. Diesen Schluss ziehen C. Thompson und Kollegen aus einer Studie an 882 Personen, die ihr 68. Lebensjahr vollendet hatten und sich zwei Tests zur Erfassung von Depressionen unterzogen (Geriatric Depression Scale, Geriatric Mental State Examination). Für jeden Teilnehmer war das Geburtsgewicht bekannt.

    Während sich für Frauen kein Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht und einer Altersdepression erkennen ließ, wuchs bei Männer das Risiko für eine Altersdepression mit abnehmendem Geburtsgewicht. Im Verhältnis zu neugeborenen Knaben, die wenigstens 8,5 Pfund wogen, erhöhte schon ein Gewicht zwischen 7,5 und 8,5 Pfund das Depressionsrisiko um den Faktor 2,8. Bei extrem unterwichtigen Jungen (< 5,5 Pfund) stieg das Risiko fast um das Zwanzigfache (Faktor: 18,5). Benachteiligt waren besonders Knaben, die zwar bei der Geburt zu wenig, dafür im Alter von einem Jahr eher zu viel wogen. Die umgekehrte Gewichtsentwicklung schien dagegen vor einer Depression besonders gut zu schützen.

     Nach Ansicht der Autoren rechtfertigen es die erwähnten Ergebnisse, Depression mit kardiovaskulären Erkrankungen, nichtinsulinabhängigem Diabetes mellitus und Bluthochdruck in einer einheitlichen Krankheitskategorie zusammenzufassen. Für alle genannten Gesundheitsprobleme werden nämlich frühkindliche Auslöser diskutiert. So könnte sich auch erklären, warum insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen und Depressionen überzufällig häufig gemeinsam auftreten.

C. Thompson u.a.: Birth weight and the risk of depressive disorder in late life. British Journal of Psychiatry 2001 (179) 450-455