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Es könnte sein, dass das Eingeschlossensein die
Quelle mancher Ängste ist, ich weiß es aber nicht. Empfinden tue ich eher
Trauer über das Verlorensein und die Lieblosigkeit, mit der ich behandelt
wurde. Ich versuche einmal, mich in die Situation des Eingeschlossenseins
als Kind hineinzuversetzen, vielleicht spüre ich es ja dann.
Weiß nicht, .... Ich habe das Eingeschlossensein
erst gar nicht registriert, war ja erst 4 - 5 Jahre, denn ich war noch
nicht in der Schule (mit 5 1/2 eingeschult).
Auf jeden Fall muss ich wohl laut geschluchzt haben,
denn - ich weiß nicht, wie viele Tage es sich wiederholte, aber irgendwann klopfte es an
die Tür und jemand rief: "Kind, was hast du denn, ich bin die Vermieterin.
Bist du allein?" Ich traute mich nicht zu antworten, aber sie ließ nicht
locker. "Komm doch raus, solange Deine Eltern wieder da sind, kannst du
bei mir bleiben."
Erst jetzt merkte ich, dass die Tür verschlossen
war. Ich weiß auch nicht, ob ich mich rausgetraut hätte, denn auch die
Vermieterin, wie sonst alles - war mir fremd und mir war es ja auch
verboten worden raus zu gehen. Ich war also auch halbfroh, dass ich nicht
raus konnte, durch die Tür geschützt war, hatte auch ein schlechtes
Gewissen, dass die Vermieterin mich gehört hat, meinen Eltern gegenüber.
Als meine Mutter zurückkam (5 Std. alleine!) hörte ich draußen laute
Stimmen. Die Vermieterin sprach mit meiner Mutter. Ich hatte ein ungutes
Gefühl. Als meine Mutter hereinkam, schimpfte(!) sie mit mir. Was mir
einfiele so laut zu weinen, was die Leute denken sollen etc. etc. (Ich war
und bin heute noch fassungslos darüber) Am nächsten Tag, war ich wieder
alleine, aber ich weinte nicht mehr laut, sondern ich verzog mich in die
hinterste Ecke der Wohnung und wimmerte leise. Wimmern musste ich aber, es
ging nicht ohne!
Die Vermieterin ließ nicht locker, und klopfte jeden
Tag an die Tür und tröstete mich, und sagte mir, sie wüsste, dass ich
alleine bin und sie würde auf mich auspassen. (so erfuhr ich das erste
Mal, dass ein Fremder sich mehr um mich kümmerte als meine eigenen
Eltern).
Jeden Tag stritt die Vermieterin mit meiner Mutter,
diese schimpfte mit mir, ob ich nicht leise sein könnte. Eines Tages wurde
der Streit noch lauter, was mit einem lauten Türeknallen endete. Die
Vermieterin muss meiner Mutter wohl gedroht haben.
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